info

Zeichnung | Collage | Malerei | Foto | Objekt |  Partizipation | Interaktion

_________________________________

Text von Lis Blunier zur Ausstellung – Die Farben des Grases – Galerie MuriArt in Muri b. Bern | 2019

Mich interessiert das Gewöhnliche und Einfache – das, was wir meist übersehen oder als selbstverständlich erachten, wie z.B. das Gras. Thema meiner Arbeiten sind Boden- und Oberflächenstrukturen von Stadt- und Naturlandschaften aus meiner unmittelbaren Umgebung. In der Stadt, in der ich wohne oder einer Naturlandschaft, die eine besondere Anziehungskraft auf mich ausübt. Landschaften, die das Bild unserer Erde prägen und deren Einzelteile, wie die Grashalme innerhalb einer Wiese oder die Steine in einem großen Bergpanorama, wir im Allgemeinen nicht wahrnehmen.

Es sind Zufälle denen ich Raum gebe, sodass plötzlich starke emotionale, fast magische Momente entstehen, in denen ich einzelne kleine Ausschnitte entdecke, die besonderen Perspektiven und Farb- und Lichtspiele wahrnehme und in Stimmung bin, um dem Gras beim Wachsen zuzuhören. Mit dem Fotoapparat experimentiere ich mit Licht und Perspektiven bis ich Bilder habe, die meine Eindrücke und Entdeckungen wiedergeben, um sie später am Computer weiterzuentwickeln und die Arbeiten mittels Fotoarbeiten und Zeichnungen oder Objekte zu realisieren.

In der Ausstellung Die Farben des Grases habe ich mich vor allem auf die wechselnde Farbigkeit während der verschiedenen Tages- und Jahreszeiten konzentriert – mit den sich verändernden Lichteinflüssen und den dadurch entstehenden Veränderungen der Farben. Vom zarten Frühlingsgrün, zum dunklen Sommergrün, über bläulich und rötlich im Herbst und gelb und braun im Winter. Für die Gestaltung der Bilder habe ich jedoch nicht die Naturfarben verwendet, sondern die Bildschirmfarben des Computers. RGB – Rot, Grün, Blau. Die Wahrnehmung der natürlichen Farben mischt sich mit einer künstlichen Wahrnehmung, so wie wir die Welt und auch die Landschaft heutzutage über den Bildschirm eines Computers sehen.

_________________________________

Text von Martin Schnidrig, Kurator der Ausstellung Seelandschaften in Ried bei Kerzers – Schweiz | 2015

Wo der Himmel die Erde berührt (Künstlerbuchkatalog 2005), beschreibt eine Linie, die in den Arbeiten von Lis Blunier seit Jahren eine wichtige Rolle spielt. Am Anfang stehen Fotoaufnahmen aus unseren Voralpen, die über mehrere Projekte bearbeitet und weiterverwendet werden. Am Computer reduziert sie natürliche Formen und Strukturen, die sie dann als Zeichnung auf Plexiglas und Folien überträgt. Aus einer realen Ausganglage entstehen somit über längere Zeit erfundene Landschaften.

_________________________________

Text von Lis Blunier zum Projekt – BergWandern – 48-Std-Neukölln in Berlin | 2010

Mein Thema ist der Raum innerhalb von Stadt- und Naturlandschaften und die Kommunikation darin.

Mich interessieren Begegnungen und mögliche Synergien einer weiss verschneiten, weiten Bergwelt mit einer lauten, engen und bunten Stadt. Innerhalb dieses Themas arbeite ich mit verschiedenen Medien, die wie Schichtungen oder auch wie Collagen angelegt sind. Der Raum wird definiert, so dass eine fiktive Ebene ähnlich einem Bühnenbild entsteht. Darin kann der Besucher sich interaktiv bewegen, den Raum erkunden oder auch sich selbst inszenieren, wie in den interaktiven Projekten Die Unterwanderung der Alpen, BergWandern und Dies ist mein Berg. (2010 – 14)
Seit meiner bildhauerischen Ausbildung habe ich den Wunsch einen Gegenstand, eine Form oder eine Idee rundum zugänglich zu machen. Daraus ergibt sich auch die Vielzahl der Materialien und der Medien mit denen ich arbeite. Die Wahl der Materialien, die Thematik und die Form der Interventionen – von der Tradition der Minimalart ausgehend – stehen dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr möchte ich den Raum in seinen mir bekannten und unbekannten Dimensionen, Perspektiven und Schnittstellen durch sie erfahrbar machen und einen Raum schaffen in dem Menschen miteinander in Aktion treten können. (Lis Blunier)